Die Schweiz -zwischen Alpen, Seen und Städten mit ganz eigenem Charakter
Die Schweiz ist klein – zumindest wenn man sie mit vielen anderen europäischen Ländern vergleicht. Und trotzdem steckt erstaunlich viel Landschaft in diesem Land. Hohe Alpen, tiefblaue Seen, grüne Täler, Gletscher, historische Städte und kleine Bergdörfer liegen teilweise nur wenige Stunden voneinander entfernt. Dazu kommen vier Landessprachen und regionale Unterschiede, die eine Reise durch die Schweiz fast wie mehrere Reisen in einer wirken lassen. Wer an die Schweiz denkt, hat vermutlich zunächst Berge vor Augen. Und natürlich gehören sie dazu. Die Alpen prägen einen großen Teil des Landes und machen die Schweiz zu einem der bekanntesten Reiseziele Europas für Wanderer, Wintersportler und Bergliebhaber.
Im Winter locken Orte wie Zermatt, St. Moritz, Davos oder Arosa mit Skigebieten und verschneiten Berglandschaften. Im Sommer werden aus den Skipisten Wanderwege und Mountainbike-Strecken. Bergbahnen bringen Reisende auf Aussichtspunkte, von denen man manchmal kaum glauben kann, dass man nur wenige Stunden zuvor noch mitten in einer Stadt gestanden hat. Einer der bekanntesten Orte ist Zermatt am Fuß des Matterhorns. Der markante Berg gehört zu den großen Wahrzeichen der Schweiz. Zermatt selbst ist autofrei und eignet sich sowohl als Ausgangspunkt für Bergtouren als auch für einen entspannten Aufenthalt mit Blick auf die Gipfel.
Doch die Schweiz besteht nicht nur aus Hochgebirge.
Rund um den **Genfersee** zeigt sich das Land von seiner eleganteren und beinahe mediterranen Seite. Genf, Lausanne und Montreux liegen am Wasser und verbinden See, Weinberge und Berge. Besonders zwischen Lausanne und Montreux zieht sich das Weinbaugebiet Lavaux an den Hängen über dem See entlang. Die terrassierten Weinberge gehören zum UNESCO-Welterbe und sind ein schönes Beispiel dafür, wie eng Natur, Landwirtschaft und Kulturlandschaft in der Schweiz miteinander verbunden sind.
Im Norden und in der Mitte des Landes liegen einige der bekanntesten Schweizer Städte. **Zürich** ist das wirtschaftliche Zentrum und gleichzeitig eine Stadt am Wasser. Die Altstadt liegt direkt an der Limmat und am Zürichsee, während sich rundherum moderne Viertel, Restaurants, Museen und Einkaufsmöglichkeiten entwickelt haben.
**Bern** wirkt deutlich ruhiger. Die historische Altstadt mit ihren Lauben, Brunnen und Sandsteingebäuden gehört zum UNESCO-Welterbe. Die Aare zieht sich rund um die Altstadt und gibt der Stadt einen ungewöhnlich schönen Rahmen.
Und dann ist da **Luzern**. Die Stadt am Vierwaldstättersee ist ein Klassiker – mit Kapellbrücke, Altstadt und dem beeindruckenden Bergpanorama rundherum. Von hier aus lassen sich Berge wie Pilatus oder Rigi bequem erreichen. Wer nicht unbedingt lange Bergtouren unternehmen möchte, kann deshalb trotzdem einen echten Alpenurlaub erleben.
Eine besondere Art, die Schweiz zu entdecken, ist die **Reise mit der Bahn**. Das Schweizer Bahnnetz ist hervorragend ausgebaut und viele Strecken führen mitten durch spektakuläre Landschaften. Panoramazüge wie der Glacier Express oder der Bernina Express verbinden Orte und Regionen, die man mit dem Auto teilweise nur über deutlich längere Strecken erreichen würde. Gerade der **Bernina Express** zeigt, was eine Zugfahrt in der Schweiz zu einem Erlebnis machen kann. Die Strecke führt von Graubünden über den Berninapass bis nach Tirano in Italien und überquert dabei hohe Viadukte und beeindruckende Alpenlandschaften.
Vielfalt in der Schweiz
Auch sprachlich wird die Schweiz auf kleinem Raum erstaunlich vielfältig. Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch sind die vier Landessprachen. Je nachdem, wo man unterwegs ist, verändert sich deshalb nicht nur die Landschaft, sondern auch die Sprache, die Küche und teilweise sogar das Lebensgefühl. In der **Romandie**, also der französischsprachigen Westschweiz, fühlt sich vieles französischer an. Im Tessin südlich der Alpen trifft man dagegen auf italienisches Lebensgefühl, Palmen, Seen und mediterrane Architektur. Der Kanton Graubünden bringt mit seinen Tälern und dem Rätoromanischen wiederum eine ganz eigene kulturelle Welt mit.
Und natürlich darf beim Thema Schweiz der Genuss nicht fehlen. Käsefondue, Raclette, Rösti und Schweizer Schokolade sind die bekanntesten Klassiker. Gleichzeitig unterscheiden sich die regionalen Küchen deutlich. Im Tessin spielen italienische Einflüsse eine große Rolle, in der Westschweiz findet man französisch geprägte Küche und in den Bergregionen stehen herzhafte Gerichte auf dem Speiseplan.
Die Schweiz ist damit ein Reiseziel, das sich auf ganz unterschiedliche Arten entdecken lässt. Als Wanderurlaub, Skireise, Städtereise, Genussreise oder Roadtrip. Besonders reizvoll ist eine Kombination aus mehreren Regionen: ein paar Tage Zürich oder Luzern, anschließend in die Berge und danach vielleicht weiter an den Genfersee oder ins Tessin.
Und wer einmal mit der Bahn quer durchs Land gefahren ist, versteht schnell, warum die Schweiz auch ohne großes Reiseprogramm beeindruckend sein kann. Man muss manchmal einfach nur aus dem Fenster schauen.
Unsere Urlaubsbuddy Fact Box Schweiz
Hauptstadt: Bern
Einwohner :rund 9,1 Mio.
Fläche: ca. 41.300 km²
Währung: Schweizer Franken (CHF)
Landessprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch
Zeitzone: MEZ, im Sommer MESZ
Höchster Punkt: Dufourspitze, 4.634 m
Größter See: Genfersee, der allerdings teilweise zu Frankreich gehört
Lage: Mitteleuropa
Ideal für: Wandern, Wintersport, Bahnreisen, Berge, Seen, Städtereisen und Genuss
Beste Reisezeit: ganzjährig; Sommer für Wandern und Seen, Winter für Wintersport
Entfernung ab Deutschland: je nach Start- und Zielort etwa 300 bis 900 km
Flugzeit nach Zürich: etwa 1 bis 1,5 Stunden ab vielen deutschen Flughäfen
Besonderheit: Vier Landessprachen und eine außergewöhnliche landschaftliche Vielfalt auf vergleichsweise kleiner Fläche